Letzter Krieg von Alterde

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Der Letzte Krieg von Alterde war das Fanal der kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Erde und ereignete sich zu einer Zeit, als die Menschheit bereits zu den Sternen aufgebrochen war.


Er tobte als Konflikt zwischen mindestens vier Parteien:

1) Den Suprematisten, Verfechtern einer rassisch-slawischen Überlegenheitsideologie, die wahrscheinlich große Gebiete Osteuropas und Sibiriens kontrollierten, ursprünglich aber offenbar aus der Ukraine stammten.
2) Der Asiatischen Konföderation mit der Hauptstadt Peking - China und Verbündete.
3) Die Westliche Allianz[1] - Nordamerika und Alliierte.
4) Die Europäer - Europäischer Kontinent und Allierte

Nicht bekannt ist, welchen Status Südamerika, Afrika, Australien und der Nahe Osten hatten - entweder bildeten sie eigene Fraktionen, die eher untergeordnete Rollen spielten oder gehörten zu einer der vier genannten Fraktionen. Wie viele Fraktionen es insgesamt waren, ist ebenfalls unbekannt, die vier genannten waren maßgeblich für den Verlauf des Krieges und die Resultate.


Verlauf

Der Krieg begann, als die Suprematisten ihre Gegner in Europa und Asien mit genetisch verbesserten Supersoldaten angriffen - und damit voller Überheblichkeit direkt einen Zweifrontenkrieg eröffneten. Nach anfänglichen Erfolgen zeigte sich schnell, dass sie sich damit übernommen hatten. Die Konföderation schickte ihre eigenen - noch wesentlich stärker modifizierten - Supersoldaten ins Feld, die die Truppen der Suprematisten schlugen und auf feindliches Gebiet vorstießen. In Europa wiederum konnten die Suprematisten ebenfalls keine wirklichen Erfolge erzielen und gerieten massiv in die Defensive.

Doch als die Konföderation im Begriff war, gegen die Suprematisten zu gewinnen, kamen ihre Supersoldaten angesichts ihres Erfolges zu der Ansicht, sie seien die nächste Stufe der menschlichen Evolution. Aber die asiatischen Machthaber kontrollierten die Klonfabriken und verweigerten ihren von Natur aus sterilen Supersoldaten die unbegrenzte Reproduktion. Diese rissen daraufhin im "Peking-Coup" die Kontrolle über die Konföderation an sich. Doch die asiatischen Supersoldaten waren keine sozialen "Herdentiere" mehr (wie der Rest der Menschheit), sondern egozentrische Raubtiere. Sie verachteten ihre "minderwertigen, überholten Vorfahren", die sie entsprechend behandelten und herumschubsten. Zugleich bekämpften sie sich wie Warlords untereinander um die Kontrolle über die Konföderation, anstatt gegen ihre äußeren Feinde zusammen zu halten. Durch diese Uneinigkeit wandte sich das Kriegsglück in Europa folglich gegen sie, und die Intensität des Konflikts nahm angesichts ihrer Gräueltaten zu. Der bis dahin noch begrenzte Krieg eskalierte nun allmählich hin zu dem blutigen, ultimativen Albtraum, als der er sich in die Erinnerung der Menschheit einbrannte, mit den unsäglichen Grausamkeiten und großflächigen Verheerungen, die durch den grenzenlosen Einsatz aller verfügbaren Waffen angerichtet wurden.

Während die Ukrainer und Konföderierten ihre Supersoldaten von der Kette ließen, zogen die Europäer auf ihrem Kriegsschauplatz zur Unterstützung ihrer Armeen den Stöpsel aus ihrer eigenen Flasche des Wahnsinns. Genetischen Modifikationen am Menschen eher abgeneigt, hatten ihre Wissenschaftler sich stattdessen der Modifikation von Krankheiten gewidmet. Anthrax, Botulismus, Beulenpest, Meningitis, Typhus, Cholera, Ebola, die ganze verfügbare Liste gefährlicher Krankheiten hatten sie durchgearbeitet und "verbesserte", ansteckendere, tödlichere Varianten geschaffen. Nun traten diese gegen die asiatischen Supersoldaten in Aktion und die Ergebnisse entsprachen zunächst den Erwartungen. Und zunächst funktionierten auch die integrierten "Killschalter" und "Firewalls" wie gewünscht, außerdem hatten die Europäer für sich selbst spezifische Gegenmittel gehortet. Doch einmal in die asiatische Bevölkerung entlassen, mutierten die Erreger vor allem in den beschleunigten Metabolismen der Supersoldaten schneller als irgendjemand erwartet hatte. Sie durchbrachen alle Sicherungen und Kontrollmechanismen. Nach drei Jahren fluteten die Erreger, zur Unkenntlichkeit mutiert und immun gegen jedes Gegenmittel, über die Frontlinien zurück und breiteten sich auch in der europäischen Bevölkerung aus. Auf ihrem Höhepunkt erreichten diese Krankheiten sogar die Kolonien auf dem Mond und dem Mars... mit den gleichen, grausamen Folgen.

Aber damit war der Horror immer noch nicht auf seinem Höhepunkt angelangt - die Westliche Allianz, ebenfalls in den Konflikt involviert, leistete ihren ganz eigenen Beitrag zu dem Holocaust. Allerdings war sie nicht so verrückt, genetisch modifizierte Soldaten oder letztlich unberechenbare Krankheiten einzusetzen... sie setzte stattdessen auf die vermeintlich kontrollierbaren "Segnungen" der Technik: Nanowaffen. Mikroskopisch kleine Roboter, Killernanniten. Doch auch die entzogen sich nach anfänglichen Erfolgen durch Replikationsfehler der Kontrolle ihrer Schöpfer und wandten sich unterschiedslos gegen jedes Leben.

Zusammengenommen reichte dieser Mix aus konventionellen Waffen, außer Kontrolle geratener Supersoldaten, Killerviren und -nanniten aus, um die menschliche Zivilisation im gesamten Sol System in Grund und Boden zu stampfen und die nach Milliarden zählende Systembevölkerung bis auf wenige Reste in isolierten Habitaten umzubringen.

Der Letzte Krieg von Alterde endete schließlich 943 PD, einfach weil schlicht niemand mehr übrig war, der noch hätte kämpfen können. Den zynischen Versuch, einen "Sieger" zu bestimmen, unternahm angesichts des Resultats niemand, und er wäre sowieso zum Scheitern verurteilt gewesen. Denn es gab schlicht niemanden, den man egal auf welcher Bemessungsgrundlage als "Sieger" hätte bezeichnen können. Alle Fraktionen und Strukturen waren ausgelöscht, die Zivilisation bis in die Grundfesten zerstört, die Erde und die Systemkolonien nur noch verheerte Trümmerhaufen voller Leichenberge, auf denen tödliche Erreger und unkontrollierte Nanowaffen lauerten. Fakt ist, dass die Erde durch diesen Krieg ihren Status als Führungswelt der gerade gegründeten Solaren Liga und der Menschheit allgemein für Jahrhunderte einbüßte. Sie konnte nur überleben, weil die Mitgliedswelten der jungen Liga unter der Führung Beowulfs eine Rettungsexpedition entsenden und Hilfe beim Wiederaufbau leisten konnten. (COS3)


Folgen

Angesichts des unbeschreiblichen Horrors, den die Rettungsflotte vorfand, zog der Großteil der Menschheit aus dem Letzten Krieg von Alterde die Lehre, so etwas nie wieder(!), unter keinen(!) Umständen zuzulassen. Als Resultat wurde die wahllose genetische Manipulation des menschlichen Genoms sowie die Nutzung der Biotechnologie als Waffe auf vielen Welten offiziell geächtet. Diese Ächtung wurde in der Bioethik-Konvention von Beowulf festgeschrieben. Nur wenige Welten haben im Jahr 1922 PD diese Charta nicht ratifiziert - allen voran Mesa. Aber die angedrohten, kompromisslosen Konsequenzen, die jedem blühen, der sich dazu versteigt, dieses Verbot zu missachten, haben bislang dafür gesorgt, dass das Verbot (größtenteils) eingehalten wird. Auch Nanowaffen wurden unter Androhung der gleichen drastischen Konsequenzen verboten und alle führenden Raumflotten haben stehende Befehle, Verstöße sofort zu ahnden.

Problematischer als die genetisch modifizierten Krankheiten und Nanotechwaffen, die letztendlich (wohl auch aus "Mangel an Wirten") bezwungen werden konnten, waren die überlebenden Supersoldaten, genauer die ukrainische Variante. Die asiatischen, die lediglich hoch modifizierte Werkzeuge gewesen waren, starben nach der Zerstörung der Klonfabriken schlicht aus, aber die von den Suprematisten erzeugte Geisteshaltung blieb ein Problem. Denn die ukrainischen Supersoldaten waren wirklich als nächste Stufe der Evolution, als "Homo superior", konzipiert und zudem aus eigener Kraft fortpflanzungsfähig. Und es war die ukrainische Seite gewesen, die den Krieg ausgelöst hatte. Die Geisteshaltung der Ukrainer, der zugrunde liegende Rassenwahn und der Wahn von der "genetischen Verbesserung" hatte Alterde in ein Massengrab verwandelt. Folglich wurden die überlebenden Supersoldaten als Monster und Massenmörder ausgegrenzt und tauchten nach Möglichkeit unter. Ihre Nachfahren, die "Schwätzer", von deren Existenz nur wenige wissen, tragen den Makel ihrer Herkunft wie ein Stigma mit sich herum - die Taten ihrer Vorfahren wirken als Erbsünde nach und grenzen sie aus. Ihr eigenes Verhalten in den nächsten Jahrhunderten auch bis ins 20.Jahrhundert PD trug auch nicht dazu bei, diese Ausgrenzung zu überwinden. (COS1, COS3)

Der letzte Krieg von Alterde wirft seinen Schatten bis in die Gegenwart des 20.Jahrhunderts PD. Denn der unversöhnliche Konflikt zwischen Beowulf und Mesa ist, genau wie das Mesanische Alignment, ein Ergebnis der Lehren aus diesem Krieg und dem Zwist, den diese Lehren hervorriefen. Denn trotz dieses Krieges schickt sich das Alignment an, all dies in noch größerem Maßstab zu wiederholen, um seinen Traum von einer "perfekten Menschheit" zu realisieren.


Referenzen

  1. deren Kommandozentrale, welche durch einen Tiefengefechtskopf zerstört wurde, im "Cheyenne Mountain Komplex" lag (HH9)