Solarian League Navy

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Inhaltsverzeichnis

Die Solarian League Navy (SLN) ist die Hauptnavy der Solaren Liga. Die SLN ist die größte organisierte Streimacht im von Menschen besiedelten Weltraum. Schiffe der Liga benutzen das Präfix SLNS (Solarian League Navy Ship).

Die Pflichten der SLN bestehen im Schutz des Handels und der Grenzen, Anti-Piraterie-Operationen und Friedenssicherung in den Protektoraten.


Kommandostruktur

Oberkommando

Das Oberkommando über die SLN obliegt dem Chef des Navystabes, der wiederum - offiziell - dem Verteidigungsminister der Liga verantwortlich ist.


Unterstützt wird er vom Zentralen Stab - einem Stab von Offizieren verschiedener Abteilungen. Teil des Zentralen Stabes oder des Verteidigungsministeriums sind


Flottenstruktur

Die solare Navy ist in zwei aktive Hauptverbände - die Schlachtflotte und die Grenzflotte - sowie die Systemverteidigungstruppen und die Reserve unterteilt.

Schlachtflotte (Battle Fleet)

Die Schlachtflotte besteht vornehmlich aus den Wallschiffen der SLN, die meisten davon Superdreadnoughts und einige relativ moderne Dreadnoughts. Die Schlachtflotte ist tonnage- und prestigemäßig der Hauptverband der SLN und daher sind Offiziere der Schlachtflotte denen der Grenzflotte vorgesetzt. Die Schlachtflotte ist in den Systemen der Alten Liga stationiert und es ist mehr als 90 Jahre her, dass sie mehr als ein einzelnes Schlachtgeschwader in die äußeren Zonen entsenden musste.

Oberkommandierender der Schlachtflotte war bis 1922 PD Flottenadmiral Winston Kingsford.

Grenzflotte (Frontier Fleet)

Die Grenzflotte besteht ausschließlich aus leichten Einheiten und verfügt über nichts Schwereres als Schlachtkreuzer. Während die Schlachtflotte die Kernwelten der Liga schützt, ist die Grenzflotte eher für die alltäglichen Pflichten der Navy zuständig, für die ihre Schiffe auch besser geeignet sind. Aufgrund ihrer täglichen Inanspruchnahme werden die Schiffe der Grenzflotte häufiger nachgerüstet als die der Schlachtflotte. Um das enorme Raumvolumen der Liga überhaupt effizient patroullieren zu können, verfügt die SLN über einen wesentlich höheren Anteil leichter Einheiten als die Royal Manticoran Navy oder die havenitische Navy. Dieser hohe Bedarf an leichten Einheiten entsteht dadurch, dass die Grenzflotte zum einen in den traditionellen Aufgaben leichter Navy-Verbände in Friedenszeiten gebunden ist und zusätzlich noch die Solarische Gendarmerie und das Office of Frontier Security (OFS) auf Anforderung unterstützt.

Systemverteidigungkräfte (SDF)

Die Systemverteidigungskräfte (SDF) der Liga-Mitgliedswelten werden von diesen aufgestellt und unterhalten, gehören im Kriegsfall oder bei Notfällen aber technisch zur Solaren Navy. Die SDFs stellen generell den größten Teil der permanent aktiven leichten solarischen Einheiten innerhalb der Liga und sind in ihrem jeweiligen Raumgebiet für die Piratenjagd und andere Sicherungsaufgaben zuständig, die bei Bedarf nach entsprechender Anfrage auf das Raumgebiet von Liga-Welten ohne entsprechende Kapazitäten ausgeweitet werden. Während viele Welten der Liga nur eine Art "Küstenwache" unterhalten, sind einige der SDFs größer, als es die RMN vor dem von König Roger III. initiierten Flottenbauprogramm war und verfügen über eigene Wallschiffgeschwader.[1] In der Regel bestehen die SDFs allerdings aus Fregatten, altmodischen LACs und Schiffen bis zur Schlachtschiffgröße. Der technische Stand der SDFs ist uneinheitlich - einige sind wesentlich moderner als die solarische Schlachtflotte selbst.

Reserve

Die Reserve der SLN besteht aus eingemotteten Wallschiffen, darunter der Hauptteil der solarischen Dreadnoughts, sowie Schlachtkreuzern und Kreuzern. Die Zahl der eingemotteten Abschirmeinheiten entspricht in keiner Weise dem Bedarf an Schiffen dieser Art, der bei einer vollen Aktivierung der Reserve entsteht. Der Grund dafür ist, dass die Einheiten der Grenzflotte in diesem Fall als Abschirmeinheiten vorgesehen sind.


Operationsverbände

  • Einsatzverbände der Schlachtflotte werden von Flottenadmirälen kommandiert
  • Grenzflotten Einsatzgruppen unterstehen Admirälen
  • Schlachtkreuzergeschwader der Grenzflotte unterstehen Konteradmirälen
  • Sektordetachements der Grenzflotte werden normalerweise von Offizieren im Rang eines Commodore befehligt. COs im Rang eines Konteradmirals oder Captains sind ebenfalls möglich (COS1)

Unabhängige taktische Einheiten:


Stärkeabschätzung

Insgesamt verfügt die SLN über knapp 11.000[2] Superdreadnoughts, davon 2300[3] im aktiven Dienst (davon wiederum 300 zur Umrüstung/Instandhaltung, etc. in den Werften) und 8700[4] in der Reserve, hinzu kommen über 46.000[5] Schlachtkreuzer, Schwere und Leichte Kreuzer sowie Zerstörer in der Schlacht- und (schwerpunktmäßig) der Grenzflotte, womit die SLN wie bereits erwähnt einen höheren Anteil (>81%) an leichten Schiffen als die RMN (80,94%) oder die VFH/RHN (65,34%) im Jahr 1905 PD aufweist, was dem größeren Raumvolumen geschuldet ist. (HH12/1)

Aufgrund der schieren Anzahl und der auf wenige Knotenpunkte konzentrierten Werftkapazität sind neuere Schiffsdesigns der SLN ähnlich denen der Volksflotte von Haven modular aufgebaut, um Wartung und Modernisierung zu beschleunigen. Die Schiffsdesigns der SLN sind buchstäblich Jahrzehnte im Dienst, da ein kompletter Austausch praktisch unmöglich ist. Die Einheiten der Reserve werden sogar nur alle 100 Jahre[6] gewartet, da die Kapazitäten und Geldmittel für kürzere Zyklen nicht ausreichen.


Uniform

Die Uniform der SLN ist weiß gehalten.

Ränge

Details siehe Dienstränge der SLN


Besonderheiten

Auf die reine Anzahl beschränkt ist allein schon die Zahl der als Reserve eingemotteten Wallschiffe furcht- und respekteinflößend, die Gesamtzahl aller Schiffe geradezu überwältigend - allerdings nur so lange, bis man hinter die reine Zahl blickt. Die SLN - vor allem die Schlachtflotte - ist ein äußerlich beeindruckender Leviathan, der innerlich jedoch völlig verrottet ist.

Für jeden, der mit der SLN, besonders der Schlachtflotte, zu tun hat, sticht sofort ins Auge, dass die SLN an einem außerordentlich schweren Fall von professionellem "Tunnelblick" leidet. Angesichts der gewaltigen Ausdehnung, Bevölkerung und Industriekraft der Liga überrascht es nicht, dass die SLN die bei weitem größte Flotte der Menschheitsgeschichte stellt. Zum Unglück der Liga weiß die SLN wiederum, dass sie die größte, kampfstärkste und technisch fortschrittlichste Flotte aller Zeiten ist - was (zusammen mit der generellen Arroganz solarischer Eliten Nicht-Solariern gegenüber) zur Ausbildung eines maßlosen Überlegenheitsgefühls geführt hat.

Dieses maßlose Überlegenheitsgefühl ist der Liga generell zu Eigen und Quell endlosen Unmuts bei den umliegenden "neobarbarischen" Sternnationen. Normalerweise eher nur ärgerlich, wird es im Fall der SLN zu einer echten Gefahr:

Die SLN blickt auf Jahrhunderte der absoluten technischen und militärischen Dominanz zurück. Solarische Offiziere, von denen ein nicht geringer Teil die Bürger von "Neobarbarennationen" irgendwo drei Stufen unter Schimpansen einordnet und sich entsprechend verhält, sind gewohnt, sich selbst und ihre Schiffe als das Nonplusultra zu sehen und generell alles "Nichtsolarische" als minderwertig abzuwerten. Hinzu kommt die totale numerische Überlegenheit, die eventuelle unentdeckte "punktuelle" Defizite schlicht durch Masse ausgleicht. Durch das Fehlen eines echten, gleichwertigen Gegners ist der SLN die gesunde Selbstkritik völlig abhanden gekommen. Hinzu kommt der überall in der Liga anzutreffende "Filz" aus Korruption und Vetternwirtschaft.

Die Flaggoffiziersränge der Liga, speziell die der Schlachtflotte, werden von "Kriegerfamilien" beherrscht, deren Angehörige traditionell Karriere in der SLN machen und sich auf die Meriten längst vergangener Zeiten berufen, selbt aber nie im Gefecht gestanden haben. Ihr Wissen ist damit rein theoretisch und basiert auf jahrhundertealten Doktrinen, die nie in Frage gestellt oder an das moderne Raumgefecht angepasst wurden. Die Masse der solarischen Offiziere besitzt kaum eine adäquate Vorstellung von der Wirkung moderner Lasergefechtsköpfe, ihr Können basiert auf Simulationen und gelegentlichen "Polizeiaktionen". Hinzu kommt, dass die SLN ihr Offizierskorps nicht auf den einzelnen Stationen rotiert - Offiziere wechseln also nicht zwischen Kommandoposten und Verwaltung, um in beiden Bereichen auf dem Laufenden zu bleiben und schon gar nicht zwischen Schlacht- und Grenzflotte. Im Fall der Schlachtflotte bedeutet dies häufig, dass ein Admiral auf Jahre oder Jahrzehnte ein Geschwader oder eine Flotte von Wallschiffen kommandiert, die sich in einem Zustand befinden, den die SLN euphemistisch als "Bereitschaftsreserve" bezeichnet. Was übersetzt bedeutet, dass die Schiffe eingemottet im Parkorbit eines Planeten liegen und keine Menschenseele an Bord ist. Nichtsdestotrotz sammelt der kommandierende Offizier wähend dieser Zeit Seniorität, kassiert seinen Sold und hat keinerlei Erfahrung, die über theoretische Spielchen und Simulationen hinausgeht, in denen selbstverständlich die totale Überlegenheit der SLN eine gegebene und niemals angezweifelte Tatsache ist.

Während etliche Mitgliedswelten der Liga aus ihren lokal rekrutierten Systemverteidigungskräften Beobachter sowohl nach Manticore als auch nach Haven gesandt haben, hat die SLN in ihrer Überheblichkeit selbst keinen einzigen abgestellt. Aus Sicht der SLN gibt es keinen Grund, sich Gedanken über den Zank zweier unwichtiger Neobarbaren zu machen, weil allein schon der Zeitrahmen des Krieges von 20 Jahren auf die Inkompetenz der Kontrahenten hinweist. Zudem können weder Manticore noch Haven eine Flotte aufstellen, die der allmächtigen SLN gefährlich werden kann. Und allein schon die Vorstellung, eine Neobarbarensternnation könnte der SLN technisch überlegen sein, grenzt an Defätismus und ist schlichtweg lächerlich. Gegenläufige Berichte der verschiedenen Systemverteidigungskräfte werden bei der SLN größtenteils ignoriert oder ungelesen gelöscht - immerhin sind die SDFs nur lokale "Milizen", also zwangsläufig beschränkt, unprofessionell und schwarzmalerisch. Für die Berichte der Grenzflotte gilt das Gleiche. Die gewaltige Mehrheit der solarischen Raumoffiziere schenkt den "wild übertriebenen" Berichten über manticoranische und havenitische Wehrtechnik nur sehr wenig Glauben. Die wenigen, die dennoch Zweifel anmelden, müssen mit dem Ende ihrer beruflichen Karriere rechnen, wenn ein vorgesetzter Offizier von ihrem "Defätismus" erfährt. Demzufolge halten die meisten von ihnen den Mund.

Infolgedessen gibt es in der Liga nur unkoordinierte Forschungsinitiativen im Bereich der Militärtechnik, die sich meist auf einzelne Konzerne wie Technodyne Industries oder einzelne Mitgliedswelten beschränken. Nur auf die hartnäckigsten und am schwersten zu ignorierenden Berichte wird irgendwie reagiert - und selbst dann nur nach gründlicher Relativierung der "übertriebenen Angaben".


Ein weiteres Problem der SLN ist die Zweiteilung ihrer Kräfte - denn die generelle Arroganz und Korruption wirkt sich auch innerhalb der SLN selbst aus. Kurz gesagt: Schlachtflotte und Grenzflotte sind einander nicht grün.

Die Schlachtflotte ist tonnage- und personalmäßig die größere Teilstreitkraft und besitzt, obwohl sie seit über zwei T-Jahrhunderten kein echtes Gefecht mehr geführt hat, das größere Prestige und bekommt somit den größten Teil des Wehretats, während die Grenzflotte den Löwenanteil der Arbeit erledigt. Ihr Offizierskorps stellt beinahe eine in sich geschlossene Kaste dar, die einem regelrechten "Kriegeradel" ähnelt. "Mustangs" - Offiziere, die als Mannschafts- oder Unteroffiziersdienstgrad begonnen haben - existieren in der Schlachtflotte überhaupt nicht, was zu einer unglaublichen Beschränktheit des Horizonts und Interesses bei den meisten Schlachtflottenoffizieren geführt hat. Sie neigen nicht nur dazu, von unfassbar weit oben auf alle nichtsolarischen Raumstreitkräfte herabzusehen - und sogar auf die SDFs der wichtigsten solarischen Welten -, sie betrachten auch ihre Gegenstücke in der Grenzflotte als überschätzte Polizisten, Zollbeamte und Neobarbaren-Prügler, die es offenbar nicht geschafft haben, bei einer "echten" Navy unterzukommen.

Bei den Offizieren der wesentlich beanspruchteren Grenzflotte wiederum gelten Schlachtflottenoffiziere als überzüchtete Drohnen mit zu kleinen Gehirnen, deren veraltete Großkampfschiffe genauso überholt und nutzlos sind wie sie selbst, die aber unsägliche Finanzmittel aufsaugen (von denen zudem ein nicht unerheblicher Teil auf privaten Konten verschwindet), die bei der Grenzflotte dringend gebraucht würden. Allerdings sind Filz und Vetternwirtschaft auch in der Grenzflotte verbreitet und die genauso quasi-erbliche Offizierskaste, die die Grenzflotte kontrolliert, neidet ihren Gegenstücken in der Schlachtflotte meist einfach deren üppigeren Möglichkeiten zur Veruntreuung. Dennoch gibt es in der Grenzflotte einen beträchtlich höheren Anteil an "Außenseitern" und sogar eine kleine Handvoll Mustangs.


Die umfassende Arroganz und Überheblichkeit hat zusammen mit den internen Grabenkämpfen und der allgegenwärtigen Korruption und Vetternwirtschaft quer durch alle Ebenen der verkrusteten und unbeweglichen Bürokratie verheerende Auswirkungen auf den Leistungsgrad und die Ausrüstung der SLN:

Die Schiffe der Reserve sind technisch völlig veraltet, da die Wartungszyklen gerade aufgrund der enormen Anzahl der Schiffe und der begrenzten Werftkapazität (die großen Werften der SLN beschränken sich auf knapp ein Dutzend Kernwelten der Alten Liga) viel zu lang sind und die Werften für die aktiven Einheiten benötigt werden. Allerdings hinken auch die aktiven Einheiten der Schlachtflotte technisch der aktuellen Entwicklung mehrere Jahre hinterher, da aus Sicht der SLN kein Grund besteht, knappe Geldmittel für den Ausgleich von etwas aufzuwenden, was eh nicht sein kann. Der technische Abstand zwischen der RMN und der Schlachtflotte der SLN betrug bereits 1905 P.D. mehrere Jahre und hat sich in den Jahren des Krieges zwischen Manticore und Haven immer mehr vergrößert. Aktuell hinkt die SLN technisch der RMN, GSN oder RHN etwa 50 T-Jahre hinterher.

Solarische Schiffe sind aufgrund dieser technischen Defizite verglichen mit manticoranischen, graysonitischen oder havenitischen Schiffen im Jahr 1922 P.D. langsam und furchtbar personalintensiv. Das interne Design ist zudem eher nach ästhetischen Kriterien als nach Effizienz angelegt[7].

Was für die Schiffe selbst gilt, gilt auch für die Bewaffnung, die sie tragen. Während die Energiewaffen der SLN technisch durchaus solide sind[8], sind solarische Anti-Schiffs-Raketen aktuellen manticoranischen oder havenitischen Modellen in keiner Hinsicht irgendwo auch nur annähernd ebenbürtig, da es sich ausschließlich um Einstufenraketen handelt[9]. Die Breitseiten solarischer Schiffe sind zwar für gondellose Schiffe durchaus akzeptabel, aber das Prinzip des gondelgestützten Raketengefechts ist praktisch unbekannt - oder wird zumindest als "nicht bedeutsam" abgetan. Infolgedessen verfügt die SLN weder über brauchbare Raketengondeln noch über gondellegende Wallschiffe. Die Breitseitenbewaffnung ist nach wie vor an das "Vor-Gondelzeitalter" angepasst und legt den Schwerpunkt infolgedessen auf Energiegeschütze - was die aktuelle Unterlegenheit noch weiter verschärft, da mit den schwachen Raketenbreitseiten und der mangelnden Steuerkapazität moderne Raketenabwehr nicht durchdrungen werden kann und die Schiffe somit außerhalb der Energiewaffendistanz praktisch keine Wirkung entfalten können. Die einzigen verfügbaren "Mehrstufenraketen" und Raketengondeln sind im Jahr 1922 PD die von Technodyne zur Verfügung gestellten leistungsschwachen Kataphrakt-Raketen, mit denen die SLN keinerlei operative Erfahrung hat und für deren massiven Einsatz ihre Schiffe nicht ausgelegt sind.

Noch desaströser wird es, sobald es um die Raketenabwehr geht: Zwei Drittel der solarischen Wallschiffe - vor allem die in der Reserve - sind aufgrund der erwähnten beschränkten Werftkapazität und der internen Grabenkämpfe nach wie vor mit jahrhundertealten, projektilverschießenden Maschinenkanonen als letzte aktive Verteidigungsmöglichkeit gegen Raketen ausgerüstet, die gegen moderne Raketen mit Impellerantrieb und Lasergefechtsköpfen praktisch völlig nutzlos sind. Die solarische Antirakete LIM-16F ist zwar grundsätzlich ein solides Design, aber mit ihrer Reichweite von etwa 1,6 Millionen Kilometern ist eine tiefgestaffelte Abwehr, wie sie im Zeitalter der massiven, gondelgestützen Salven erforderlich ist, schlicht unmöglich. Zudem sind auch die generllen Abwehrkapazitäten sämtlicher Wallschiffe an die vergleichsweise leichten Salven aus der Zeit vor 1905 PD beziehungsweise an das "Vor-Laser-Zeitalter" angepasst. Ein solarischer Superdreadnought verfügt sogar über wesentlich weniger aktive Abwehr als ein aktueller manticoranischer oder havenitischer Schwerer Kreuzer. Entsprechend ist seine Abwehr im Vergleich mit einem aktuellen Superdreadnought der RMN oder RHN praktisch nicht existent. (HH12/1)

Die elektronische Kriegsführung der SLN-Schiffe ist gut, solange es um reguläre Stealth-Aspekte geht; sie ist jedoch in nahezu allen anderen Bereichen völlig unzureichend und das - als Reaktion auf die drängensten Berichte über verbesserte Waffen - entwickelte Halo-System ist keine wirklich nennenswerte Verbesserung. Die SLN-Eloka hat keinerlei Daten über die Leistungsfähigkeit der RMN und RHN in diesem Gebiet - die Existenz von Täuschkörpern mit bordeigener Energieerzeugung wird als "unmöglich" abgetan und die eigene Leistungsfähigkeit als das maximal Machbare angesehen. Somit ist ein solarisches Schiff seinen manticoranischen und havenitischen Gegenstücken in diesem Gebiet völlig unterlegen.

Ebenso wie die Bedeutung der Raketengondel hat die SLN das Konzept des LAC-Trägers, des Energiewaffen-LACs oder des Raumüberlegenheits-LACs[10] praktisch komplett verschlafen - in Folge dessen verfügt die SLN weder über LAC-Träger noch über moderne LACs.


Zusammenfassung

Die SLN ist nach wie vor die größte jemals unter einer Flagge versammelte Streitmacht in der Geschichte der Menschheit - aber technisch und personell ist sie viel mehr eine "Neobarbarenflotte" als jene Raumstreitkräfte, denen die SLN dieses Etikett generell anhängt. Sie ist durchsetzt von jahrhundertealtem bürokratischem Filz und wird beherrscht von festgefahrenen Ansichten und Weltanschauungen, die sich eine im Krieg stehende Raumflotte niemals erlauben könnte.

Bei aller Arroganz und Herablassung verfügt die Liga aber immer noch über den größten Pool an menschlichem Talent und Reichtum aller politischen Gebilde. Wenn die SLN also jemals den Kopf aus dem Sand ziehen sollte, kann sie dank dieses Talents und dieses Reichtums - und genügend Zeit - sehr schnell so furchterregend werden, wie sie bereits zu sein glaubt.


SLN-Adaptionen

Verschiedene Schiffsdesigns der SLN dienten oder dienen auch in anderen Navys, zum Beispiel Wallschiffsdesigns in der Erewhon Navy, leichte Kreuzer in der Volksflotte von Haven, Schlachtkreuzer- und leichtere Designs in der Monica System Navy und der Mesan Space Navy.


Fakten

  • Die SLN setzte den Eridanus Erlass seit 1410 P.D. insgesamt fünfmal durch (HH8)
  • Der letzte wirkliche Krieg, in dem die solarische Schlachtflotte kämpfte, fand dreihundert Jahre vor dem manticoranisch-havenitischen Konflikt statt und beschränkte sich auf ein wesentlich kleineres Areal (HH8)
  • Für mehr als dreihundert Jahre, bis zum New Tuscany Zwischenfall, zerstörte niemand ein solarisches Kriegsschiff im Kampf. (SAG2)
  • Die Schlacht von Farley's Crossing, die letzte große Schlacht der SLN (genauer der Grenzflotte), fand fast genau 1700 P.D. statt - aber auf genau dieser Schlacht begründet die SLN-Schlachtflotte ihre Unbesiegbarkeit... ohne jedoch die Schlacht jemals auch nur ansatzweise zu analysieren. (HH7)
  • Niemand besiegte bis 1918 P.D. einen solarischen Schweren Kreuzer im offenen Gefecht und niemand besiegte jemals vier davon gleichzeitig mit einem einzigen Schiff, das kleiner als ein Dreadnought war[11]. (HHA4)
  • Die SLN besitzt mehrere "klassifizierte" Anweisungscodes, mit deren Aktivierung ein gewisses Vorgehen ausgelöst wird. Darunter befindet sich auch der so genannte "Fall Bukanier" ("Case Buccaneer") - welcher die SLN-Einheiten anweist, praktisch selbst für die "Übergriffe von Piraten" zu sorgen, mit denen das Office of Frontier Security dann sein eigenes Eingreifen rechtfertigt. (SAG 2/2)


Raumschiffsklassen

  • LAC-Träger
    • unbekannt
  • Dreadnoughts
    • unbekannt
  • Bewaffnete Handelskreuzer (Q-Schiffe)
    • unbekannt
  • Leichte Angriffsboote
    • unbekannt


Namentlich erwähnte Schiffe der SLN

Siehe Schiffe der SLN


Referenzen

  1. Unter anderem die Beowulf System-Defense Force.
  2. bestätigt in (HH12/1)
  3. mit einer Gesamttonnage von ca. 17,25 Mrd. Tonnen (bei einer durchschnittlichen Masse pro Wallschiff von 7,5 Mio Tonnen)
  4. mit einer Gesamttonnage von >60 Mrd. Tonnen (ebenfalls bei durchschnittlich 7,5 Mio t pro Einheit)
  5. Schätzung basierend auf den bestätigten 11.000 SDs, die <19% der SLN ausmachen -> 11.000 : 19 = 579 (aufgerundet) = 1% x 81 = 46.899, ermittelt aus den numerischen Angaben zur Flottenstärke der RMN und VFH in Ein schneller Sieg, S.459 sowie der Aussage Webers zum Verhältnis zwischen Leichten und Walleinheiten in RMN, RHN und SLN in How ist the Solarian League Navy organized?
  6. gemäß Status of the Solarian League Navy 1920 PD
  7. Die Flaggbrücke eines Superdreadnoughts der Scientist Klasse ist eine ästetische Augenweide, aber die taktische Übersicht des kommandierenden Offiziers ist durch die Anordnung der Konsolen eingeschränkt. (HH12)
  8. wenn auch nicht so schwer wie die Breitseiten manticoranischer oder graysonitischer Schiffe
  9. siehe Spatha, Javelin und Trebuchet
  10. siehe Shrike Klasse, Ferret Klasse und Katana Klasse
  11. Besagtes Schiff war der manticoranische Schwere Kreuzer HMS Gauntlet, der vier solarische Schwere Kreuzer besiegte, die allerdings von Piraten im Dienste Mesas bemannt und somit noch deklassierter waren.


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