Solare Liga
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Die Solare Liga ist die größte, wohlhabendste und mächtigste Sternnation des Honorverse. Sie besteht aus knapp 2000 Welten, darunter die Ursprungswelt der Menschheit, die Erde.
Die Bezeichnung "Solly" oder "Solarier" ist eine geläufige Bezeichnung für alle Personen, die aus der Solaren Liga stammen.
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Astrographie
Die Solare Liga umgibt das Sol-System in einem Radius von etwa 210 Lichtjahren. Obwohl Alterde der Hauptplanet der Liga ist, nimmt die Erde nur den Status eines Ersten unter Gleichen ein, denn ihre ehemaligen Kolonien blicken auf Jahrhunderte (wenn nicht sogar mehr als ein Jahrtausend) der Unabhängigkeit von der Mutterwelt zurück und waren nicht Willens, ihre Souveränität aufzugeben, als die neue Sternnation sich konstituierte.
Das Raumgebiet der Liga teilt sich dabei auf in den Bereich der "Inneren oder Alten Liga" mit einem Radius von etwa 98 Lichtjahren, in der die Erde und ihre ältesten Tochterkolonien wie Beowulf liegen, und die äußere "Schale", in der die jüngeren Mitgliedswelten der Liga liegen. An die Schale grenzen die solarischen Protektorate, Planeten unter solarischer Fremdverwaltung durch das Office of Frontier Security (OFS).
Jenseits der Protektorate liegt die so genannte Randzone - ein Gebiet mit meist schwach bevölkerten, militärisch und wirtschaftlich unbedeutenden Sternnationen. Die einzigen wirklichen Ausnahmen hiervon sind das Sternenkönigreich von Manticore, das Protektorat von Grayson, die Republik Erewhon, das Andermanische Kaiserreich, die Republik Haven und das Mesa System.
Geschichte
Die Solare Liga entstand als politischer Zusamenschluß aller zu diesem Zeitpunkt von Menschen besiedelten Planeten, jedenfalls denen, die man kannte. Das zu Grunde liegende Ideal war wohl die Einrichtung einer Art von interstellarer UNO, die über die Aktivitäten ihrer Mitgliedswelten wachen und schwächere Mitgliedswelten schützen und unterstützen sollte. Aus diesem Zusammenschluss entstand die "Alte Liga" - Alterde und die ältesten Kolonien. Seitdem ist die Liga unaufhörlich gewachsen - 1922 PD ist sie seit Jahrhunderten das größte bekannte politische Gebilde in der besiedelten Galaxis.
Regierung und Politik
Die Solare Liga ist eine Konföderation. Die Vollversammlung der Liga agiert als solarische Legislative, während der Ministerrat die Exekutive darstellt. Staatsoberhaupt ist der Präsident der Solaren Liga, der vom Kabinett und dem Regierungsoberhaupt, dem Premierminister der Solaren Liga unterstützt wird.
Innenpolitik
Infolge der politischen Struktur der Liga als konföderierte Dachorganisation ist jede Mitgliedswelt der Solaren Liga innenpolitisch vollkommen autonom. Insbesondere besitzt der Ministerrat der Liga, die höchste Regierungsinstanz, keinerlei Weisungsbefugnis, was die Innenpolitik der Mitgliedswelten betrifft. Unter solchen Umständen müsste jede Zentralregierung es eigentlich sehr schwierig finden, einen stringenten politischen Kurs beizubehalten, doch es existieren ausgleichende Kräfte:
Zum einen sind die meisten Ligaplaneten dicht bevölkert, wohlhabend und zufrieden. Sie verfolgen eine auf Konsens beruhende Innenpolitik, sowohl lokal, als auch für die Liga als Ganzes, in denen Dispute, die ein Veto hervorrufen könnten, außerordentlich ungewöhnlich sind.
Zum anderen arbeiten die Ligawelten ihre Reibereien größtenteils in den außenpolitischen Debatten ab, denn die Außenpolitik betrachtet man gemeinhin als Gebiet, auf dem Prinzipientreue gewahrt werden kann. Die meisten Staatsleute der Liga sehen zwar deutlich, dass diese Attitüde eine zusammenhängende Militärpolitik und Diplomatie unmöglich macht, doch ist die Liga riesig: Mit der größten Ansammlung von Reichtum in der Geschichte der Menschheit (und einer Bürgerschaft, die fast 2/3 der Spezies Mensch umfasst), fühlt sie sich jeder äußeren Bedrohung gewachsen. Die Navy der Solaren Liga ist die größte Streitmacht der Galaxis, und der Gedanke, dass irgendeine denkbare Kombination äußerer Mächte die Sicherheit der Liga bedrohen könnte, ist in der Liga - bis 1922 PD - völlig unvorstellbar.
Und obwohl jede Mitgliedswelt ein Vetorecht besitzt, verfügt der Ministerrat des Weiteren über ein wirksames Gegenmittel: Mit einer 2/3-Mehrheit kann der Rat jedem Planeten seine Mitgliedschaft in der Liga aberkennen. Dieses Mittel ist bislang nicht benutzt worden, doch allein durch die Androhung, es einzusetzen, hat sich im Laufe der Jahrhunderte so mancher halsstarriger Abgeordnete zur Räson bringen lassen.
Außenpolitik
Obwohl die Liga aus genannten Gründen keine wirklich stringente Außenpolitik verfolgen kann, blickt sie auf eine fast ununterbrochene Expansionsgeschichte zurück. Von Zeit zu Zeit beantragt eine unabhängige Welt die Aufnahme in die Liga, und solche Ersuchen werden fast immer angenommen. Gleichzeitig ist der Liga jeder organisierte Imperialismus unmöglich. In gewisser Weise kann man die Liga als isolationistisch ansehen: Sie ist bereit, mit jedem Partner Handel zu treiben, und stellt nach wie vor die wichtigste Quelle für Siedler neuer Kolonien dar, doch gibt sie sich damit zufrieden, sich aus allen Machtkämpfen herauszuhalten, die in anderen Teilen der Galaxis herrschen. Dennoch haben die Größe der Liga, ihre Macht und ihre Gewohnheit, Anträge um Aufnahme zu erhalten, dem Gebilde das Gefühl verliehen, sein Schicksal stehe unverrückbar fest: Am Ende würden alle ihre Nachbarn den Vorteil der Ligamitgliedschaft erkennen und ihr beitreten (was bislang von den Ereignissen immer wieder bestätigt worden ist). Daher besteht für die Liga an sich nicht der geringste Grund, irgendjemanden erobern zu wollen, denn das Verstreichen der Zeit und die Unausweichlichkeit der friedlichen Expansion lösen das Problem letztendlich von selbst.
Schon immer hat es jedoch zwei Ausnahmen von dieser anti-imperialistischen Politik der Liga gegeben. Zum einen stellt die Liga schon seit langem immer wieder nahegelegene Welten unter ihren Schutz, die als unterentwickelt gelten. Auf der Grundlage, dass solche Planeten Piratenüberfällen und oder wirtschaftlicher Ausbeute durch weniger prinzipientreue interstellare Mächte schutzlos ausgeliefert sind, erscheint diese Handlungsweise zunächst als völlig gerechtfertigt - doch bietet gerade dieser Schutz den weniger moralischen Kräften innerhalb der Liga einen Grund, vormals unabhängige Planeten, die eigentlich gar kein Protektorat werden wollen, zu genau diesem zu machen.
Die zweite Ausnahme besteht darin, dass allen Wurmlochknoten ähnlicher Protektorstatus gewährt wird, wenn die Termini des Knotens im Raumgebiet der Liga liegen oder ihm nahe kommen. Zu diesen Wurmlochknoten gehört der Erewhoner Nexus, der nur knapp hundert Lichtjahre von der Südgrenze der Volksrepublik Haven entfernt ist. Die Republik Erewhon lehnte das Schutzgebot der Liga jedoch ab, obwohl man sich der havenitischen Bedrohung durchaus bewusst war. Stattdessen beschloss man, sich der Manticoranischen Allianz anzuschließen und auf die Royal Manticoran Navy zu bauen - vermutlich gerade, weil die Liga eine deutliche Linie in der Außenpolitik so frappierend vermissen lässt, vermochte sie Erewhon nicht die nötige Zuversicht einzuflößen.
Zwar gibt es im Ligagebiet keinen zentralen Nexus außer dem Visigoth Wurmlochknoten, aber wenigstens fünf Termini fremder Wurmlochknoten. Wo immer möglich, hat die Liga den Nexus am Ende dieser Wurmlöcher aus verteidigungsstrategischen Gründen in ihre Gewalt gebracht, auch wenn derartige Flottenaktionen der Ligapolitik eigentlich wiedersprechen. Gewalt im Sinne des Wortes war in den allermeisten Fällen auch gar nicht nötig, weil die Liga genug wirtschaftliche und industrielle Anreize bietet, dass die meisten Koloniewelten eine Ligamitgliedschaft bereitwillig annehmen.
Der allerwichtigste Wurmlochknoten, der nicht unter solarischer Kontrolle steht, ist der Knoten im Manticore System. Historisch unterhielt Manticore immer sehr freundliche Beziehungen zur Liga, ohne den Wunsch zu verspüren, sich der solaren Bürokratie zu unterwerfen. Die hohen Einnahmen, die der Handelsverkehr durch den Knoten erbringt, machen die Verlockungen der Liga für Manticore nicht sonderlich attraktiv, zumal die beständig wachsende Bevölkerung auf den drei manticoranischen Welten zur Unabhängigkeit entschlossen ist und im Gegensatz zu mancher Kolonie nicht ums Überleben kämpfen muss.
Präsidiale und ministerielle Institutionen (1922 PD)
- Präsident der Solaren Liga - Kun Chol Yao
- Premierminister der Solaren Liga - Shona Gyulay
- Finanzminister der Solaren Liga
- Außenminister der Solaren Liga - Marcelito Roelas y Valiente
- Verteidigungsminister der Solaren Liga- Kunimichi Taketomo
- Innenminister der Solaren Liga
- Minister für Protektoratsangelegenheiten - Sitz in Genf
- Wirtschafsminister der Solaren Liga
- Minister für Bildung und Information
- Justizminister der Solaren Liga - Brangwen Ronayne
Ministeriale Büros (1922 PD)
- Permanenter Leitender Staatssekretär für Äußere Angelegenheiten - Innokentiy Kolokoltsov
- Permanenter Leitender Staatssekretär für Inneres - Nathan MacArtney
- Permanenter Leitender Staatssekretär für Finanzen - Agatá Wodoslawski
- Permanenter Leitender Staatssekretär für Handel - Omosupe Quartermain
- Permanenter Leitender Staatssekretär für Bildung und Information - Malachai Abruzzi
- Militärischer Oberkommandierender der SLN - Flottenadmiral Rajampet Rajani
Welten
Zur Liga gehören insgesamt 1.784 Welten in der Kernregion und der Schale, hinzu kommen etwa 200 Protektorate, die vom OFS verwaltet werden. Zu den Kernwelten der Liga gehören etwa 100 Welten, die sich um das Sol-System herum gruppieren und deren Bevölkerung jeweils mehr als 10 Milliarden zählt.
Die genaue Bevölkerungszahl der Liga ist unbekannt. Eine Anfang des 20.Jahrhunderts P.D. durchgeführte, aber nie abgeschlossene Zählung, deren letzte Zahlen zudem weit unter der Realität liegen, kam auf eine Bevölkerung von über 3 Billionen - ohne die Protektorate.
Bekannte Mitgliedssysteme der Solaren Liga 1922 PD
Wirtschaft
Die Solare Liga ist das reichste und wirtschaftlich leistungsfähigste Gebilde des bekannten Weltraumes. Der Binnenmarkt ist gigantisch und die größten Firmen der Liga bilden quasi eigene Staaten mit eigenen Planeten und zum Teil eigenen Navys. Die genaue Größe der solarischen Wirtschaft ist indes unbekannt. Ungeachtet dieser Größe ist die Wirtschaft der Liga jedoch in außerordenticher Weise von den Wurmlochverbindungen abhängig, die die gesamte Liga durchziehen und die Reisezeiten drastisch verringern. Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Royal Manticoran Merchant Marine, die - dank der Bedeutung des Manticoranischen Wurmlochknotens als "zentraler Knotenpunkt" des gesamten Systems - in mehr als zwo Drittel aller solarischen interstellaren Warentransporte involviert ist. Das gleiche gilt für die zentrale Bedeutung des Manticoranischen Wurmlochknotens, der die wichtigsten Gebiete der Liga miteinander verbindet. (HH13)
Militär
- Siehe Solarian League Navy
- Siehe Solarian Marine Corps
- Siehe Amt für Grenzsicherheit
- Siehe Solarische Gendarmerie
- Siehe Selbstverteidigungstruppen der Solaren Mitgliedswelten
- Siehe Solarian Army
Bedenkliche Entwicklungen
Aufgrund der selbst auferlegten Handlungsunfähigkeit der höchsten Regierungsebenen hat die Liga bereits vor Jahrhunderten große Teile der täglichen Regierungsarbeit in die einzelnen solarischen Ministerien "ausgelagert". Diese Ministerien und Behörden unterliegen zwar offiziell der Kontrolle durch die jeweiligen Minister, aber die ständige Expansion der Liga hat zu einem exorbitanten Wachstum dieser Behörden und vor allem der darin operierenden Kräfte geführt. Diese Bürokratien bestehen dabei ausschließlich aus Berufsbürokraten, die sich keiner demokratischen Legitimation stellen müssen und deren Arbeit praktisch keiner demokratischen Kontrolle unterliegt.
Diese Bürokratien, die sich nach außen hin komplett abschotten, sind die eigentlichen Machthaber innerhalb der Solaren Liga. Egal, welche Regierung gerade offiziell im Amt ist, die Bürokraten hinter den Kulissen bleiben immer die gleichen. Alle Informationen, alle Berichte, die den gewählten Vertretern zugänglich sind, laufen durch diese Behörden, die diese Informationen sorgfältig filtern.
Aufgrund dieser mangelnden Kontrolle führen die einzelnen Bürokratien mittlerweile ein bedenkliches Eigenleben. Korruption ist ein allgegenwärtiger Normalzustand und die höchsten Berufsbürokraten, die "Permanenten Leitenden Staatssekretäre", betrachten sich praktisch als absolutistische Herrscher, die ihre Behörden wie Königreiche führen und ihre eigenen Interessen zum Maß aller Entscheidungen machen. Die fünf mächtigsten unter ihnen - jene für Äußere Angelegenheiten, Finanzen, Handel, Inneres und Bildung - werden hinter vorgehaltener Han, aber seit einiger Zeit auch immer offener, "Die Fünf Mandarine" genannt. Vor allem das Ligaamt für Grenzsicherheit ist zum Spielplatz kleiner Könige geworden, die unablässig nach neuen Welten suchen, die sie zu ihren Satrapien machen und ausplündern können. Nach oben hin werden diese Zustände selbstredend verschwiegen. Damit hat die Regierung der Liga praktisch keine Ahnung von den Zuständen, die vor allem am Rand der Liga wirklich herrschen. Aber selbst, wenn sie von den Zuständen wirklich vollständig wüsste, wäre die offizielle Regierung machtlos, da die einzelnen Regierungsämter fest in der Hand von Dynastien und Interessengruppen sind und die wahren Machthaber streng darauf achten, dass niemand in diese Ämter gelangt, der ihnen gefährlich werden könnte.
Die solarische Öffentlichkeit ist zudem größtenteils völlig desinteressiert an Dingen, die außerhalb der eigenen Welt ablaufen. Jahrhundertelang wurde ihnen erzählt, dass sie Bürger der größten, mächtigsten, reichsten und höchstentwickelten Sternnation der Menschheit sind - also warum sollten sie sich um irgendetwas scheren, was irgendwo außerhalb der Liga oder ihrer eigenen Welt geschieht, es berifft sie ja sowieso nicht. Zudem sind die solarischen Medien ebenfalls größtenteils in der Gewalt von einzelnen Interessengruppen und leiden unter der typischen "solarischen" Betrachtungsweise der Galaxis, was sich natürlich auch auf die Berichterstattung auswirkt. Ein großer Teil der solarischen Journalisten hat es sich zudem zu eigen gemacht, offizielle Verlautbarungen praktisch ungeprüft zu übernehmen. Zu Anfällen von "echtem Investigativjournalismus" kommt es daher nur selten oder nach besonders peinlichen Affären wie der havenitischen Meldung über die angebliche Hinrichtung Honor Harringtons. (HH8)
Während die Liga sich selbst völlig unkritisch und überheblich als ewig strahlendes Leuchtfeuer und natürlichen Anführer der Menschheit sieht, bietet sich dem Betrachter außerhalb der Liga ein völlig anderes Bild - das Bild eines korrupten Molochs, eines weltenverschlingenden Juggernauts, der von extrem arroganten, überheblichen, selbstgerechten und amoralischen Grauen Eminenzen kontrolliert wird und dessen Bevölkerung eher Drohnen statt politisch mündigen Bürgern gleicht.
Die Ineffizienz und Korruption der solarischen Bürokratie verursacht gleichzeitig immer stärkere Separationsbewegungen vor allem am Rand der Liga. Auf den Protektoratswelten gärt es permanent und nur die Solare Navy, die wie ein gewaltiges Damoklesschwert über den Protektoraten schwebt, verhindert größere Aufstände. Die Liga selbst verwandelt sich langsam aber unaufhaltsam immer mehr in ein äußerst zerbrechliches Gebilde, das von innen heraus praktisch verfault.
Diese innere Fäulnis ist im Jahr 1922 P.D. zu einem existenzbedrohenden Zustand angewachsen und der Untergang der Solaren Liga als politisches Gebilde ist ein sehr wahrscheinliches Szenario geworden, das zudem von einigen Interessengruppen massiv befördert wird. Der sich abzeichende Kollaps der Liga hat dazu geführt, dass sich einzelne Mitgliedswelten und sogar ganze Verwaltungssektoren des OFS - wie der Maya Sektor - im Geheimen auf ihre Sezession vorbereiten.
