Raumschiffe - Typen
Aus Honor Harrington Wiki
Bei den Raumschiffen im Honorverse unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Typen von Raumschiffen:
Kampfschiffe: Bewaffnete Schiffe der militärischen Navy einer Sternnation
Transportschiffe: riesige, meist (nicht immer) unbewaffnete und relativ langsame, schwerfällige Schiffe, deren Hauptaugenmerk auf dem Transport von Waren und Gerät liegt, die aber manchmal auch (vor allem in der Randzone) über begrenzte Kapazitäten für den - anspruchlosen - Transport von Passagieren verfügen.
Personentransportschiffe: unterschiedliche Typen zum - mehr oder weniger komfortablen - Transfer von zivilen Personen, ebenfalls meist unbewaffnet. Vergleichbar mit realen Schiffen vom Auswanderer- bis hin zum Kreuzfahrtschiff der realen Gegenwart.
Sonstige Schiffe: Unter sonstigen Schiffen versteht man alles, was nicht serienmäßig gebaut wurde. Angefangen von privaten kleinen Yachten mit speziellen Spezifikationen bis hin zu bewaffneten Barkassen, Beibooten der Kampfschiffe.
Inhaltsverzeichnis
|
Kampfschiffe
Die Klassifizierung der Kampfschiffe der jeweiligen Navy sind bei allen bekannten Sternennationen gleich. Sie unterscheiden sich zwischen den einzelnen Nationen allerdings in Punkto Größe und Tonnage. Außerdem neigen Kriegsschiffe seit 1905 P.D. aufgrund der sich verändernden Gefechtsumgebungen und dem technologischen Wettlauf verstärkt zum "evolutionären Wachstum" - sie werden also permanent größer.
Für alle Kampfschiffklassen gilt: Je größer die Masse, um so geringer ist die maximale Beschleunigung. Daher ist es z.B einem Schlachtschiff nicht möglich, einen antriebstechnisch gleichwertigen Schlachtkreuzer bei gleicher Grundgeschwindigkeit einzuholen. Umgekehrt gilt aber auch: Je kleiner ein Schiff, um so schwächer ist durch das geringere Volumen die Bewaffnung und die Standfestigkeit. Gelingt es also z.B einem Schlachtschiff, einem Schlachtkreuzer irgendwie den Kampf doch aufzuzwingen, steht der Sieger bei gleichem technischen Stand von vorneherein fest.
Der manticoranisch-havenitische Krieg hat jedoch zu einigen einschneidenden Veränderungen geführt - dadurch ist ein Kampfschiff, das an diese Veränderungen angepasst ist, durchaus in der Lage, ein eigentlich überlegenes, aber nicht angepasstes, größeres Schiff zu vernichten. Ein Schwerer Kreuzer der Edward Saganami Klasse in der C-Variante ist so zum Beispiel in der Lage, jeden älteren und damit technisch unterlegenen Schlachtkreuzer zu vernichten.
Die Besatzungsstärke jeder Klasse ist seit 1914 P.D. durch technische Entwicklungen und den Personaldruck beim Ausbau der Flotten kontinuierlich gesunken - zumindest bei einigen Raumstreitkräften wie der RMN, GSN und RHN.
Technische Daten von Kampfschiffen
Korvette (C)
Die Korvette ist das kleinste hyperraumtüchtige Kampfschiff und aufgrund ihrer geringen Größe und zwangsläufig schwachen Bewaffnung bestenfalls für Polizei und Patroulienaufgaben zu gebrauchen. Für den Kampf gegen reguläre Kriegsschiffe sind sie nicht mehr geeignet, ebensowenig für selbstständige Operationen oder einen "Allround-Einsatz". Keine moderne Flotte baut daher noch Schiffe dieses Typs. Obwohl Korvetten mehr Tonnage haben als ein LAC ist die Bewaffnung vergleichbar, da die Korvette neben ihren Waffen auch den Hypergenerator in ihrem Rumpf unterbringen muss. Allerdings ist die Korvette für Piraten das Schiff erster Wahl, da sie billig ist und sehr hohe Beschleunigungswerte erreicht. Für die Kaperung langsamer und meist unbewaffneter Frachter werden keine echten Kriegsschiffe benötigt und eine Korvette kann, falls erforderlich, auch zu einem relativ späten Zeitpunkt den Angriff abbrechen und ausweichen. Anders als die LAcs dürfte die Korvette bei modernen und etablierten Raumflotten keine Renaissance durch die technischen Innovationen erleben, da ihr Aufgabenspektrum von den neuen LACs und den LAC-Trägern abgedeckt wird. Große Korvetten können auch als "Leichte Fregatten (FFL)" bezeichnet werden. Die Tonnage rangiert von 25.000 bis 40.000 Tonnen.
Fregatte (FF)
Die Fregatte ist das kleinste Kriegsschiff, das eben noch in der Lage ist, selbstständige Operationen durchzuführen, und welches vor allem dazu dient, anderen Kriegsschiffen in ihrem Auftrag mit ihrer oft spezialisierten Kampfkraft ergänzend beizustehen. Fregatten sind nicht in der Lage, die bei Kriegsschiffen geforderte Allzweckrolle zu erfüllen und werden deswegen von keiner größeren Raumstreitmacht gebaut. Größere Fregatten werden auch als "Leichte Zerstörer (DL)" bezeichnet. Die Tonnage rangiert von 40.000 bis 65.000 Tonnen.
Zerstörer (DD)
Zerstörer sind die kleinsten Kriegsschiffe, die einer Allzweckrolle gerecht werden und daher auch ohne weitere Unterstützung im Alleingang operative Aufträge im Rahmen der Raumkriegsführung erfüllen können. Aufgrund ihrer geringen Ausmaße sind sie weniger für den Kampf gegen feindliche Kriegschiffe, sondern mehr für die Aufklärung, den Handelskrieg, die Piratenjagd und den Geleitschutz geeignet. Zerstörer können ungeachtet ihrer Allzweckrolle speziell für bestimmte Aufgaben spezifiziert sein, zum Beispiel als Geleitzerstörer (DD-E) oder Nahbereichsabwehr-Zerstörer (DD-AA) - allerdings setzen die meisten Navies auf die klassische Allround-Version. Zerstörer werden aufgrund der waffentechnischen Entwicklung permanent größer, die größten maßen aktuell fast 190.000 Tonnen und sind somit größer und schwerer als mancher konventioneller Leichter Kreuzer - diese speziellen Zerstörer werden als "Großer Zerstörer" (DD-L) bezeichnet. Die technologische Entwicklung im Bereich der Mehrstufenraketen und Feuerleitsysteme weist allerdings stark darauf hin, dass Zerstörer nach und nach aus den Reihen der größeren Raumflotten wie der RMN verschwinden werden - sie besitzen einfach nicht genug Standfestigkeit sowie Raumvolumen für Waffen, Abwehrsysteme und Munition, um in diesem neuen Gefechtsumfeld zu überleben.
Kreuzer (C)
Kreuzer sind schnelle, ausdauernde Schiffe mit großer Reichweite, die in einem bestimmten Gebiet "kreuzen" - daher der Name. Ihre Aufgaben sind Handelsstörung bzw. Geleitschutzaufgaben, begrenzte Operationen in feindlichen Systemen, Überwachung von Handelswegen, das Zeigen von Präsenz und auch das Aufspüren und Bekämpfen von gegnerischen Kreuzern.
Ihre Eigenschaften bezüglich Panzerung, Antrieb und Bewaffnung folgen der noch auf Alterde geprägten Regel „stärker zu sein als alle schnelleren Einheiten und schneller zu sein als alle stärkeren Einheiten“ (“to outgun every ship they could not outrun and to outrun every ship they could not outgun”). In den Hauptoperationsgebieten sollen sie primär als Handelsstörer agieren oder die eigentlichen Schlachtgeschwader als Aufklärer und Nahbereichsverteidiger unterstützen. Auf Nebenschauplätzen sind sie dagegen bestens geeignet, als größte lokale Einheit (oftmals als Flaggschiff eines kleinen Geschwaders) Stärke zu demonstrieren und Polizeiaufgaben wahrzunehmen. Kreuzer werden wie Zerstörer immer größer, um ihre Aufgaben angemessen erfüllen zu können und die Größe schwankt von Navy zu Navy stark. CLs massen aktuell bis zu 160.000 Tonnen, CAs bis zu 500.000 Tonnen.
Kreuzer werden unterteilt in:
Leichter Kreuzer (CL)
Leichte Kreuzer werden, ebenso wie Zerstörer, in erster Linie zur Aufklärung in feindlichen Gebieten, den unabhängigen Kreuzerkrieg, Anti-Piraterie-Operationen und den Geleitschutz eingesetzt. Auch bei dieser Klasse weist die technologische Entwicklung langfristig auf eine Ausmusterung aufgrund der geringen Größe hin.
Schwerer Kreuzer (CA)
Schwere Kreuzer sind von der Länge her nur unwesentlich kleiner als ein Schlachtkreuzer, allerdings besitzen sie wesentlich weniger Masse. Sie werden in erster Linie für Überwachungsaufgaben, Nahbereichsabwehr im größeren Flottenverband, Geleitschutzaufgaben, Kreuzerkrieg, Blockademissionen und die Jagd auf kleinere Kriegsschiffe eingesetzt. Das Aufgabenfeld der Nahbereichsabwehr im Flottengefecht wurd dabei allerdings mehr und mehr von Leichten Angriffsbooten übernommen, da diese hierbei ein günstigeres "Preis-Leistungs-Verhältnis" aufweisen. Die technische Entwicklung deutet zudem darauf hin, dass schwere Kreuzer wie die Edward Saganami Klasse langfristig die kleinste hyperraumtüchtige Einheit darstellen werden, da diese Schiffe als erste Klasse genug Raum für die in Zukunft benötigten Abwehrsysteme und verstärkten Strukturelemente bieten. Allerdings werden auch sie massiv an Größe zulegen.
Schlachtkreuzer (BC / BC-P / BC-L)
Ein Schlachtkreuzer ist ein großes Kriegsschiff, das vom Aufbau her noch zu dem Kreuzern gehört, aber wesentlich schwerere Breitseiten trägt und nicht für kreuzertypische Aufgaben, sondern Offensiv- und Kampfeinsätze gedacht ist. Ein Schlachtkreuzer ist zwar kleiner als Schlacht- oder Wallschiffe, aber viel schneller und besitzt trotzdem eine verheerende Feuerkraft. Diese beiden Vorteile müssen aber mit einer für die Schiffsgröße deutlich schwächeren Panzerung erkauft werden. Die Idee ist, ein Kriegsschiff zu bauen, das mit seiner Artillerie alle kleineren gegnerischen Schiffe ohne wirkliche Eigengefährdung bekämpfen, sich dem Gefecht mit Schlacht- oder Wallschiffen aber durch den Geschwindigkeitsvorsprung entziehen kann. Sie sind ideal für rasche und vernichtende Schläge und bestens geeignet, um mit lokalen, meist nur aus Kreuzern bestehenden Systemflotten und Piratennestern fertig zu werden.
Reguläre Schlachtkreuzer (BC) wurden mit Einführung von Mehrstufenraketen und Gondellegern praktisch obsolet. Sie verfügen nicht über die Größe, die Redundanz oder die Defensiv-/Offensivkapazitäten, um auf Dauer mit der veränderten Situation fertig zu werden. Ihr Personalbedarf ist außerdem zu hoch und ihr größter Vorteil, die höhere Geschwindigkeit, wird durch die enorme Reichweite und Geschwindidgkeit der Mehrstufenraketen aufgehoben.
Das Design des gondellegenden Schlachtkreuzers (BC-P) ist ein - langfristig wenig erfolgreicher - Versuch, den Schlachtkreuzer an die veränderten Realitäten des Mehrstufenraketengefechts anzupassen. Er entstand in der Übergangsphase, als neue Technologien in kurzen Abständen aufkamen, sämtliche Doktrinen umwarfen und die GSN und RMN eine Möglichkeit suchten, die neuen Möglichkeiten schnell und in großer Zahl zum Einsatz zu bringen. Das Ergebnis ist dadurch ein zweischneidiges Schwert: Ein BC-P ist in der Lage, jedes Schiff aus der gondellosen Ära in kürzester Zeit mit Raketen zuzupflastern, er ist ideal für "Hit-and-run"-Angriffe gegen schwach oder moderat verteidigte Systeme und ist im Kampf gegen Kreuzer die absolut überlegene Einheit - in dem Moment aber, in dem er selbst Gondellegern oder einer Systemverteidigung wie dem Moriartysystem gegenübersteht, ist sein Vorteil mehr als nur passé. BC-Ps sind durch ihren Hohlkern wesentlich zerbrechlicher als Schiffe vergleichbarer Größe und ihre Magazinkapazität ist zu gering um längere Gefechte zu überstehen. Das wird immer mehr zum Problem, je mehr die Wahrscheinlichkeit steigt, selbst Gondellegern und Mehrstufenraketen gegenüberzustehen. Die Entwicklung von Mehrstufenraketen, die aus internen Werfern statt Gondeln gestartet werden können (wie die manticoranische Mark 16) verschärft diese strukturelle Unterlegenheit weiter. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich BC-Ps langfristig in den "Sekundärrollen" der Schweren Kreuzer und Schlachtkreuzer wiederfinden werden - dem "Flaggezeigen" auf sekundären Stationen, dem Schutz der Handelswege und ähnlichen Aufgaben. Der BC-P ist nicht die "Katastrophe, die darauf wartet, zu passieren" wie es auf den ersten Blick erscheint, aber er ist ein sehr spezialisiertes Design, das streng innerhalb seiner vorgesehenen Parameter eingesetzt werden muss.
Das Design des "übergroßen Schlachtkreuzers" (BC-L) ist ein ausgereifteres Konzept eines Schlachtkreuzers im Gondel- und Mehrstufenzeitalter. Der BC-L ist geringfügig größer als die BC-Ps, aber um ein mehrfaches stabiler. Zusätzlich ist er schwerer gepanzert und seine Abwehrwaffen sind umfangreicher. Die Möglichkeit, Mehrstufenraketen aus internen Werfern einzusetzen, verleicht ihm die nötige Reichweite, um im MDM-Zeitalter effektiv kämpfen zu können. BC-L sind in modernen Gefechtsumgebungen besser für die traditionellen "Allroundfunktionen" eines Schlachtkreuzers geeignet, da sie auch dem Beschuss durch Gondelleger standhalten können. Somit können sie auch wieder im Gefecht Wallschiff gegen Wallschiff als Abschirmeinheit verwendet werden.
Die aktuelle Durchschnittstonnage beträgt um die 850.000 Tonnen für reguläre BCs, bis zu 1.800.000 Tonnen für BC-Ps und um die 2.500.000 Tonnen für BC-Ls.
Schlachtschiff (BB)
Schlachtschiffe waren bis zur Entwicklung der Dreadnoughts die größten Kampfschiffe und damit Schiffe im Schlachtwall. Sie waren allerdings nicht das Nonplusultra im permanenten Wettlauf zwischen besseren Waffensystemen und besseren Defensivsystemen. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung waren noch größere, noch schwerer bewaffnete und noch stärker gepanzerte Schiffe möglich, die den Schlachtschiffen überlegen waren. Mit dem Aufkommen der Dreadnoughts und dann der Superdreadnoughts waren die herkömmlichen Schlachtschiffe schließlich als Wallschiffe deklassiert und wurden allm#hlich aus den Schlachtwällen moderner Flotten ausgegliedert.
1900 P.D. waren Schlachtschiffe nur noch bei der havenitischen Navy in größerer Zahl im aktiven Dienst. Ihr primäres Aufgabenspektrum lag nun in Polizeiaufgaben im havenitischen Hinterland, der Niederschlagung von Systemrevolten und im Systemschutz gegen Überfälle durch kleinere Schiffe. Dies resultiert aus der bis zum mantioranischen Flottenbauprogramm ab 1850 PD nicht existierenden Bedrohung durch potentiell feindliche DN- und SD-Verbände und die bis dahin existierende Bevorzugung des kleineren Schlachtkreuzers als Waffe der Wahl seitens der RMN, gegen diesen stellen Schlachtschiffe einen wirksamen Schutz dar. Daher schützten die havenitischen Schlachtschiffe Systeme, die zwar wichtig, aber nicht wichtig genug für Wachgeschwader mit Wallschiffen waren und stellten dadurch Dreadnoughts und Superdreadnoughts für andere Aufgaben frei. Schlachtschiffe wurden wie alle Typen während ihrer Verwendungszeit immer größer, die größten massten 4.500.000 Tonnen. Im manticoranisch-havenitischen Krieg wurden die meisten havenitischen Schlachtschiffe in Gefechten zerstört, die verbliebenen wurden entweder ausgemustert oder zum Schutz entlegener Systeme abkommandiert.
Im Jahr 1922 P.D. sind Schlachtschiffe als reguläre Flotteneinheiten praktisch ausgestorben.
Dreadnought (DN)
Der englische Begriff Dreadnought (deutsche Bedeutung: nichts fürchtend) bezeichnet einen Typ von Kriegsschiff, der die bis dahin vorherrschenden Schlachtschiffe in jeder Hinsicht übertrumpfte und auf einen Schlag in ihrem bisherigen Einsatzgebiet entwertete. Mit dem Auftauchen der Dreadnoughts verschwanden Schlachtschiffe herkömmlicher Bauweise sehr bald aus den Bauprogrammen der Raummächte bzw. wurden durch Dreadnought-Typen ersetzt. Von nun an unterschied man die Hauptkampfschiffe der Schlachtflotten in Dreadnoughts und „Vor-Dreadnoughts“.
Durch ständige Verbesserungen an den Systemen, den Panzerungen und Waffen wurden die Dreadnoughts immer leistungsfähiger, aber auch immer größer und damit teurer. Das Endergebnis waren Dreadnoughts, die so gigantisch waren, dass eine neue Typenbezeichnung nötig wurde, da sie herkömmlichen Dreadnoughts überlegen waren. Damit waren die Superdreadnoughts geboren. Die aktuelle Durchschnittstonnage eines Dreadnoughts liegt um die 6.500.000 Tonnen.
Mit dem Auftauchen von Mehrstufenraketen und der Verlagerung auf das gondelgestützte Raketengefecht wurden klassische Dreadnoughts obsolent. Da es für große Raumstreitkräfte zudem keinen Sinn macht, im Zeitalter von gondellegenden Superdreadnoughts weiterhin die kleineren Dreadnoughts zu bauen, verschwindet dieser Typ allmählich. In den Reihen der RMN, GSN und RHN finden sich im Jahr 1922 P.D. praktisch keine Dreadnoughts mehr. Die SLN des Jahres 1922 PD besitzt in ihrem gewaltigen Schlachtwall nur einige wenige technisch eigentlich moderne, aber gondellose und damit obsolete Dreadnoughts, während der Rest aus - ebenfalls gondellosen - Superdreadnoughts besteht.
Superdreadnought (SD / SD-P)
Superdreadnoughts sind die größte Klasse von Kampfschiffen. Mit bis zu 9 Megatonnen bilden sie das Rückgrat einer Flotte und sind integraler Bestandteil in einem Schlachtwall. Sie operieren dabei in der Regel im Geschwader von 6 - 8 Schiffen. Die Schiffe besitzen enorme Ausmaße, massivste Panzerung und eine enorm starke Bewaffnung. Sie sind zudem sehr personalintensiv, auf Superdreadnoughts der RMN versahen um 1905 P.D. bis zu 6000 Personen ihren Dienst. Durch technische Weiterentwicklungen ist die Besatzungsstärke bis 1922 P.D. jedoch massiv zurückgegangen.
Superdreadnoughts sind darauf ausgelegt, schwerstem Beschuss standzuhalten, enorme Schäden einzustecken und dennoch kampffähig zu bleiben. Das Resultat sah so aus, dass Raketen gegen SDs praktisch unwirksam waren - sie konnten einen SD durch lokale Zerstörung von Waffen oder Abwehrsystemen zwar "weichkochen", aber es braucht hunderte Einzeltreffer, um einen SD mit Raketen zu zerstören, von Glückstreffern einmal abgesehen. Bis 1914 PD konnten SDs damit praktisch nur durch Energiewaffen zerstört werden, was Flottengefechten einen regelrechten Formalismus auferlegte. Erst die Einführung von Raketengondeln machte es möglich, die benötigte Zahl von Raketen in wenigen Salven abzufeuern - was zur Entwicklung des gondellegenden Superdreadnoughts führte.
Superdreadnoughts werden 1922 PD unterschieden in gondellose und gondellegende Superdreadnoughts. Die gondellegende Variante wird mit der Typenbezeichnung SD-P (Pod-Laying) gekennzeichnet. Mit dem Auftauchen der Gondelleger sind die herkömmlichen, gondellosen Superdreadnoughts praktisch obsolent geworden. Man unterscheidet nun die Hauptkampfschiffe der Schlachtflotten in Gondelleger und „Vor-Gondelleger“. Die aktuelle Durchschnittstonnage rangiert um 8.500.000 Tonnen. Die havenitische Sovereign of Space Klasse masst sogar 9.000.000 Tonnen.
Zur genaueren Unterscheidung setzt sich zudem immer mehr die Bezeichnung "Podnought" für gondellegende Superdreadnoughts durch.
LAC-Träger (CLAC)
Die Idee zu LAC-Trägern kam auf, als LACs durch die Entwicklung der manticoranischen Shrike Klasse wieder als ernst zu nehmende Kampfschiffe mit Offensivpotential auf den Plan traten (um 1914 P.D.). Da LACs jedoch wegen ihrer geringen Größe nicht hyperraumtüchtig und somit ohne fremde Hilfe systemgebunden sind, musste ein Transportsystem entwickelt werden, um sie als Offensivwaffe einsetzen zu können: Trägerschiffe.
Die Ausmaße der aktuellen Träger entsprechen denen eines Dreadnoughts (Manticore) bzw. Superdreadnoughts (Haven/Grayson). Die Größenunterschiede sind in der jeweiligen Einsatzdoktrin begründet.
Träger sind in der Breitseite völlig unbewaffnet. Anstelle dessen besitzt der Träger Hangars, in denen er LACs aufnehmen kann. Manticoranische Träger transportieren insgesamt 100 LACs, ihre havenitischen Pendants können aufgrund ihrer Größe mehr als 200 LACs in den Einsatz bringen.
Leichtes Angriffsboot (LAC)
LACs sind leichte Angriffsboote, die ursprünglich als billiges und leicht zu produzierendes Mittel zur Systemverteidigung gedacht sind. Mit dem Aufkommen größerer Kriegsschiffe und leistungsfähigerer Waffen konnten sie ihre Funktion jedoch nicht mehr erfüllen, da sie aufgrund ihrer geringen Größe einfach nicht die Feuerkraft aufbringen können, die nötig ist, um "echte" Kriegsschiffe zu bedrohen. LACs alter Bauart verkamen zwangsläufig zu "mit Vorschlaghämmern bewaffneten Eierschalen", deren Zweck darin bestand, nah genug an ihr Ziel heranzukommen, um ihre überschweren Raketenwerfer abzufeuern und dann vernichtet zu werden - was sie enorm unbeliebt machte, vor allem bei ihren Besatzungen.
Aufgrund ihrer Defizite gegen moderne Kriegsschiffe, ihrem Personalbedarf und ihrem fast zwangsläufigen Verlust im Gefecht wurden LACs von keiner größeren Raumstreitmacht mehr gebaut und lediglich noch in kleineren Sytemverteidigungsflotten und für Polizeiaufgaben eingesetzt.
Erst mit den manticoranischen/graysonitischen Neuentwicklungen der Shrike- und Ferret-Klasse, die LACs von Grund auf neu erfanden, wurden diese wieder zu zeitgemäßen Waffensystemen und einem wichtigen Bestandteil jeder Flotte. Leichte Angriffsboote sind nicht hyperraumtauglich und werden deshalb von LAC-Trägern an ihren Einsatzort transportiert. Die Tonnage rangiert von 15.000 bis 25.000 Tonnen.
Moderne LACs übernehmen in der zeitgemäßen Flottendoktrin die Rolle von Polizeikräften, Aufklärungs- und Abschirmeinheiten und erledigen somit einen Teil der Aufgaben, für die zuvor Zerstörer und Leichte Kreuzer eingesetzt wurden, benötigen dafür aber viel weniger Resoourcen und Personal.
Minenleger (ML)
Bisher sind nur Minenlegerschiffe der Erebus Klasse bekannt HH 3. Minenleger haben keine Breitseitenbewaffnung und nur sehr schwache Nahbereichs-Abwehrwaffen und Seitenschilde und sind somit zum Kampf Schiff gegen Schiff nicht geeignet. Es existieren keine genauen Zahlen über die Tonnage von Minenlegern, allerdings bauen Manticore und Haven ihre Minenleger auf der Basis von Vorkriegs-Schlachtkreuzerrümpfen.
Q-Schiffe (Q)
Bei Q-Schiffen handelt es sich um als Transportschiffe getarnte Kampfschiffe. Der Name Q-Schiff stammt aus dem ersten Weltkrieg (von 1914 CE bis 1918 CE), dort wurden Frachter zu Hilfskreuzern mit getarnten Waffen umgebaut, um so feindliche U-Boote auf Angriffsentfernung heranzulocken. Da diese gemäß der damaligen Seekriegsregeln auftauchten, um den "wehrlosen Frachter" ordnungsgemäß zu stoppen und zu durchsuchen, waren sie für die Geschütze der Q-Schiffe anschließend eine leichte Beute.
Q-Schiffe werden hauptsächlich im Geleitdienst für Konvois in Raumgebieten mit erhöhter Piratengefährdung eingesetzt. Ziel ist es, die üblicherweise leicht bewaffneten Piratenschiffe anzulocken und aufzubringen und gleichzeitig andere Piratencrews zu verunsichern, ob der harmlose Frachter da vor ihnen wirklich harmlos ist oder ihnen im nächsten Moment Raketen ins Gesicht feuert.
Die Volksrepublik Haven setzte Q-Schiffe auch vereinzelt bei Überraschungsangriffen auf andere Sternnationen ein.
Truppentransporter
Truppentransporter dienen genau dem Zweck, auf den ihr Name schließen lässt: dem Transport von kompletten militärischen Verbänden mit ihrer kompletten Ausrstung samt Logistik- und Nachschubtruppen. Zusätzlich sind sie meistens in der Lage, begrenzte Feuerunterstützung aus dem Orbit zu liefern, aber ihre Waffen sind meist nicht schwerer als die von Zerstörern. Truppentransporter existieren in verschiedenen Größen, vom schnellen Sturmtransporter für Angriffe auf orbitale Einrichtungen bis hin zu Großraumtransportern, die komplette Divisionen transportieren.
Transportschiffe
Transportschiffe besitzen im Gegensatz zu den Kriegsschiffen keinerlei Bewaffnung oder Verteidigungseinrichtungen und sind beim Flug durch feindliches Gebiet deshalb auf Begleitschutz angewiesen. Die Ausmaße solcher Transportschiffe reichen bis in Größenordnungen von Superdreadnoughts und die Schiffe können Frachtgut von bis zu 5 Megatonnen aufnehmen. Sie sind einfach beschrieben metallummantelte Hohlkörper, in denen Fracht untergebracht werden kann. Aufgrund ihrer enormen Masse, den zivilen Systemen und ihrer Lade-Kapazitäten sind Transportschiffe in ihrer Wendigkeit, Geschwindigkeit und Beschleunigung stark eingeschränkt. So erreichen Transportschiffe im Vergleich zu Kriegsschiffen der gleichen Masse etwas weniger als die Hälfte der Beschleunigung im Normalraum, als auch im Hyperraum (siehe auch Raumschiffe / Antriebe). Im Hyperraum sind Transportschiffe in der Regel nicht in der Lage, höher als auf dem Delta-Band zu fliegen.
Personentransportschiffe
Über Personentransportschiffe liegen bisher nur wenige Informationen vor. Die bisher bekannten Passagierschiffe sind Schiffe der Atlas-Klasse [HH, Band #5]. Schiffe dieser Klasse verfügen zwar nur über wenig Frachtkapazität, sie sind allerdings mit militärtauglichen Impellern und Trägheitskompensatoren ausgestattet. Die Schiffe RMMS Artemis und RMMS Athena des Hauptmannkartells sind sogar mit leichten Raketenwerfern ausgestattet, um Angriffe von Piraten abzuwehren. Die RMMS Artemis besitzt eine Masse von 1 000 000 Tonnen und übertrifft damit noch die Masse eines Schlachtkreuzers.
Sonstige Schiffe
Bisher sind nur wenige Schiffstypen bekannt, die in die Klasse Vier fallen: Die Paul Tankersley, Honor Harringtons privates Schiff, die königliche Yacht HMS Queen Adrienne bzw die GNS Grayson One, das graysonitische Gegenstück sowie die havenitische RHNS Haven One (die Staatsyacht des havenitischen Staatsoberhauptes).
Eine weitere nicht näher beschriebene Art von Schiffen sind die so genannten Kurierboote, die der interstellaren Nachrichtenübermittlung dienen. Sie besitzen nur sehr geringe Ausmaße und keine Bewaffnung. Da die Technik es bisher noch nicht erlaubt, Nachrichten über längere Distanzen überlichtschnell zu verschicken, werden wichtige Nachrichten mit Kurierschiffen, die dank ihrer überdimensionierten Hyperraumgeneratoren in den Zeta-Bändern fliegen können, zum Empfänger transportiert.
Auch Raumfestungen zählen technisch zu den Raumschiffen, ihre enorme Masse reduziert ihr Beschleunigungsvermögen aber fast auf Null, so dass sie für den beweglichen Einsatz oder Offensivaufgaben ungeeignet sind.
