Rakete

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Eine Rakete ist ein Projektil mit eigenem Antrieb, das als Waffe eingesetzt wird.

Raketen existieren in verschiedenen Größen, abhängig von der Plattform (Schiff), die sie verschießt, je größer die Plattform, um so größer und stärker können die Raketen sein. Raketen können mit unterschiedlichen Gefechtsköpfen bestückt werden, darunter Kontaktsprengköpfe (Atom- bzw. Fusionsbomben), Laser-Gefechtsköpfe, Seitenschildbrecher und EECM gegen elektronische Gegenmaßnahmen. Einige kleinere Raketentypen (z.B. schultergestützte Luftabwehrraketen) setzen vollständig auf ihre kinetische Energie als Waffe.

Abwehrmöglichkeiten gegen Raketen sind das Rollen des Schiffes, Elektronische Gegenmaßnahmen, Antiraketen und Punktverteidigungssysteme.

Die übliche Waffe dieser Art des 20.Jahrhunderts P.D. ist die impellergetriebene Rakete. Impellergetriebene Raketen existieren in verschiedenen Größen und haben eine von Typ und technischer Spezifikation begrenzte maximale Brenndauer, d.h. Zeit, in der ihre Antriebe die Rakete beschleunigen und manövrieren können. Im Weltraum können natürlich auch Ziele jenseits der Reichweite unter Antrieb im freien Fall erreicht werden, aber einer antriebslosen Rakete auszuweichen ist sehr einfach. Die tasächliche Reichweite einer Rakete wird nicht nur durch ihren eigenen Antrieb beeinflusst, sondern auch durch die Geschwindigkeit der Startplattform zum Zeitpunkt des Anschusses (Startgeschwindigkeit), den Vektor (gegen oder mit der Flugrichtung) und ob das Ziel auf die Rakete zukommt oder sich entfernt.

Die Raketenantriebe aller Raketen können in ihrer Leistung stufenlos eingestellt werden, um durch niedrigere Beschleunigung höhere Reichweiten und höhere Endgeschwindigkeiten zu erzielen, dies verschafft der Gegenseite aber mehr Zeit zur Analyse und Abwehr. Durch die Effektivität der Raketenabwehranlagen eines Schiffes sind direkte Treffer nach 1900 P.D. nahezu unbekannt. Raketen fliegen im Anflug willkürliche, aber vorprogrammierte Ausweichmanöver, um das Zielen mit den Abwehrgeschützen zu erschweren.


Inhaltsverzeichnis

Raketentypen

Einstufige Raketen

Eine typische einstufige Großkampfschiffrakete von 1905 P.D. masst 80 Tonnen und ihre Reichweite beträgt bei einer Beschleunigung von 46.000 g bei einer Antriebs-Brenndauer von 180 Sekunden mehr als 6.000.000 Kilometer. Einstufige Raketen waren lange Zeit die technisch einzig machbare Art von Raketen, da die Unterbringung von mehreren Antrieben aus Platzgründen unmöglich war. Einstufige Raketen verwenden zudem Speicherringe - also praktisch Kondensatoren oder Batterien - für die Antriebe.

Raketen mit Hilfstriebwerk

Raketen mit Hilfstriebwerken sind eine Notlösung - sie wurden beim Aufkommen der mehrstufigen Raketen von technisch unterlegenen Raumstreitkräften entwickelt, um die Reichweite von Einstufenraketen zu erhöhen, da die Kenntnisse und technischen Fähigkeiten zum Bau von Mehrstufenraketen nicht jedem zugänglich sind.

Die bekannteste Rakete dieses Typs ist die mesanische Kataphrakt.

Mehrstufige Raketen

Die mehrstufigen Raketen wurden während des ersten Haven-Krieges von manticoranischen Forschern entwickelt (siehe Projekt Geisterreiter) und zum ersten Mal von der HMS Minotaur aus auf einen im Hancock-System angreifenden havenitischen Kampfverband abgeschossen (siehe Zwote Schlacht von Hancock Station). Im Gegensatz zu konventionellen Raketen besitzen mehrstufige Raketen mehrere Antriebsstufen, die die Reichweite der Waffen erheblich erhöhen.

Manticoranische Mehrstufenraketen besitzen bis zu vier unabhängige Triebwerke, die entweder direkt nacheinander oder mit Pausen gezündet werden können und neuere Modelle außerdem ein neuentwickeltes Miniatur-Fusionskraftwerk, das die zum Betrieb der Antriebsstufen nötige Energie liefert. Weniger hochentwickelte Mehrstufenraketen sind stattdessen auf zusätzliche Speicherringe angewiesen. Dafür benötigen diese einfacheren Raketen keine speziell angepassten Startsysteme, die in der Lage sein müssen, das Kraftwerk zu starten.

Die ersten Raketen dieser Art konnten nur von Großkampfschiffen mit Hilfe von Raketengondeln gestartet werden, waren aber trotz dieser Beschränkung der ausschlaggebende Faktor für den manticoransichen Sieg im ersten Haven-Krieg. Während des 5 Jahre währenden Waffenstillstands kopierte die havenitische Navy das System des gondellegenden Wallschiffes, um gleichziehen zu können. Auch einige andere Raumflotten wie die Kaiserlich-Andermanische Weltraumflotte entwickelten eigene Mehrstufenraketen oder versuchten es zumindest, die Ergebnisse reichen aber alle nicht an die manticoranischen Vorbilder heran.

Die manticoranische Mark25 Systemverteidigungsrakete ist die größte existierende Mehrstufenrakete und besitzt vier Antriebsstufen. Dafür kann sie nur von Gondeln aus gestartet werden.

Mark-16

Antiraketen

Die erste Verteidigugnslinie gegen feindliche Raketen sind Raketen-Abwehrraketen, kurz Antiraketen. Sie fangen einkommende Raketen in einer Distanz zwischen 1 und 4 Millionen Kilometern ab.

Antiraketen besitzen keinen Gefechskopf, sondern rammen feindliche Raketen in Kamikaze-Manier, wodurch sowohl die Antirakete als auch ihr Ziel zerstört werden.

Antiraketen sind wesentlich kleiner als ihre Ziele und werden von speziellen Antiraketen-Werfern gestartet. Eine andere Methode ist das Starten aus regulären Werfern mit Hilfe von "Antiraketen-Kanistern", vergleichbar mit einer Art von ungelenktem "Schrotgewehr-Schuss". Letzteres wird allerdings meist nur dann praktiziert, wenn die regulären Antiraketen-Startsysteme zerstört sind.

Antiraketen sind "dümmer" als Angriffsraketen, wodurch sie anfälliger für das ECM ihrer Ziele sind. Dafür beschleunigen sie jedoch wesentlich höher und das Werfersystem feuert schneller.

Wie die Angriffsraketen unterlagen auch die Antiraketen in den Jahren des Krieges zwischen Manticore und Haven ständiger Verbesserung. Zu Beginn der Feindseligkeiten lag die effektive Reichweite einer Antirakete bei ca. 1 Million Kilometern - mittlerweile wurde diese Reichweite zum Teil vervierfacht.

Auf der Mark 31 Antirakete basiert auch die Viper.

  • Republik Haven
    • Neueste Antirakete - 100.000 g Beschleunigung, Reichweite knapp 2 Millionen Kilometer


Gefechtsköpfe

Kontaktsprengköpfe

Die zu Beginn der Raumfahrt üblichen nuklearen Kontaktsprengköpfe im Megatonnenbereich sind im 20.Jahrhundert P.D. durch die Verbesserungen im Bereich der Raketenabwehr praktisch obsolet geworden. Sie müssen sehr nah an ihr Ziel herankommen, um wirklich Schaden anrichten zu können. Ursprünglich als Waffen für den direkten Beschuss der Schiffshülle entworfen, werden sie seit der Einführung der Seitenschilde eher als "Seitenschildbrecher" verwendet, um den Energiewaffen freies Schussfeld zu verschaffen.

Ab 1900 P.D. werden Kontaktsprengköpfe meist für Warnschüsse (wegen des eingeschränkten Angriffsradius) und zum Angriff auf Ziele ohne oder mit beschädigter Abwehr verwendet. Aufgaben, für die Lasergefechtsköpfe entweder unangemessen oder verschwendet wären.

Zu Beginn des Zwoten Haven-Krieges erlebten Atomsprengköpfe auf havenitischer Seite eine Renaissance. Im so genannten "Dreier" feuerten havenitische LACs der Cimeterre Klasse Wellen von Atombomben auf manticoranische Ziele, meist LACs, um Sensoren, Täuschkörper und ähnlich empfindliche Systeme auszuschalten. Anfangs erfolgreich eingesetzt, passte sich die manticoranische Seite schnell an das Manöver an und neutralisierte damit die Wirkung.

Laser-Gefechtskopf

Detonationssequenz einer Mark 16

Der Atomsprengkopf wurde in seiner Rolle als Anti-Schiffs-Waffe um 1800 P.D. vom Laser-Gefechtskopf abgelöst.

Ursprünglich vor der Diaspora entwickelt (Projekt Excalibur), ist das System eigentlich recht einfach. Ein Zylinder fokussiert die Röntgenstrahlung einer Atomexplosion in einen Hochenergie-Röntgenlaser, der daraufhin bis zu seiner Zerstörung durch die Atomexplosion permanent feuert. Das Problem war zu diesem Zeitpunkt, dass eine Atomexplosion im All sich radial in alle Richtungen ausbreitet und jeder Zylinder damit nur einen Bruchteil der freigesetzten Energie auffängt. Diese geringe Ausbeute reichte nicht für eine sinnvolle Nutzung und Laser-Gefechtsköpfe waren damit nicht praktikabel.

Um 1800 P.D. gelang es, die Technologie, die zur Fokussierung einer Atomexplosion in eine gewünschte Richtung benötigt wird, in eine Großkampfschiffrakete zu integrieren. Ein Ring von Gravitationsgeneratoren, die unmittelbar hinter dem Sprengkopf platziert sind und unmittelbar vor der Detonation aktiviert werden, fokussiert mit Hilfe starker Gravitationsfelder die Explosion keilförmig auf die Laserprojektoren. Die zylindrischen Projektoren, die in Ladebuchten an der Seite der Rakete transportiert werden, werden beim finalen Angriff vor der Detonation ausgestoßen und postieren sich mit Hilfe ihrer eigenen Steuerdüsen knapp hundert Meter vor dem Sprengkopf, zwischen ihm und dem Ziel. Durch die bordeigenen Sensoren ist jeder Projektor unabhängig in der Lage sein Ziel anzuvisieren.

Anders als beim Kontaktgefechtskopf kann jedes Ziel in einer Entfernung von (durchscnittlich) 25.000 Kilometern attackiert werden, auch Ziele, die sich neben oder über bzw. unter dem Gefechtskopf befinden. Daher spricht man bei Lasergefechtsköpfen auch von "Stachelschweinen", da die Laser in jede beliebige Richtung "stechen" können. Auch das Durchbrechen der Seitenschilde ist wahrscheinlicher. Neuere andermanische Gefechtköpfe wurden kurz vor Ausbruch des Zwoten Haven-Krieges dabei beobachtet, wie sie Ziele auf 40.000 Kilometer Entfernung attackierten - eine Reichweitensteigerung gegenüber regulären Laser-Gefechtsköpfen um 60 Prozent. Da eine Rakete mit Lasergefechtskopf vor Erreichen der Schussdistanz abgefangen werden muss, bleibt einem attackierten Ziel weniger Zeit zur Abwehr als bei einem Kontaktsprengkopf.


Die Dimensionen der Laserprojektoren, des Sprengkopfes und der Gravitationslinsen entscheiden darüber, wie zerstörerisch ein Laser-Gefechtskopf ist. Somit sind größerere Raketen zerstörerischer als kleinere Modelle.

Durch den technologischen Vorteil sind manticoranische Raketen bei gleicher Größe zerstörerischer als havenitische. Um die gleiche Zerstörungskraft zu erreichen, müssen havenitische Raketen also größer sein als ihre manticoranischen Gegenstücke.

Im direkten Vergleich mit einem bordgestützen Lasergeschütz sind einzelne Laser-Gefechtsköpfe weiterhin unterlegen. Auch deshalb (neben der geringen Salvengröße und der massiven Nahbereichsabwehr von Wallschiffen) waren bis zur Einführung der Raketengondeln bordgestütze Energiewaffen die Hauptbewaffnung jedes Wallschiffes und Raketen dienten hauptsächlich zur Bekämpfung kleinerer Ziele, deren Abwehr schwächer ist und der punktuellen Schwächung von Wallschiffen.

Der manticoranische Mark 16 G Laser-Gefechtskopf für Raketen im Kreuzerkaliber (eingeführt 1921 P.D.) ist so leistungsfähig wie ein um 1917 P.D.verwendeter Mark 16 Laser-Gefechtskopf für Großkampfschiffraketen.

Elektronische Gefechtsköpfe

Raketen mit reiner ELOKA-Bestückung, also ohne einen Gefechtskopf, wurden erst mit der Entwicklung von Miniatur-Kraftwerken effizient, da zuvor die nötige Energie in Speicherringen mitgeführt werden musste und daher begrenzt war. Die Leistung der ELOKA-Raketen wurde dadurch stark eingeschränkt. Erst die Miniatur-Fusionskraftwerke neutralisierten dieses Problem und seitdem sind ELOKA-Raketen ein fester Bestandteil zumindest der manticoranischen Bestückung.

Störsender

Störsender werden in Raketen eingebaut, um die feindliche Abwehr aus nächster Nähe durch brutale Störimpulse zu behindern oder sogar zusammenbrechen zu lassen.Der Störimpuls eines Störsenders manticoranischer Bauart kann durch seine praktisch unbegrenzte Energie sogar taktische Raketenabwehrnetze kurzzeitig komplett unterbrechen.

Die RMN bezeichnet ihre derart bestückten Raketen als Blender, da die Auswirkungen der Störsender auf Ortungssysteme der einer Magnesiumfackel auf das menschliche Auge gleichkommen.

Täuschkörper

Täuschkörper sind eine weitere ELOKA-Waffe, die zusammen mit den eigentlichen Raketen abgefeuert werden. Täuschkörper erzeugen falsche Raketensignaturen und verleiten somit Antiraketen zum Angriff auf falsche Ziele. Auch die feindliche Raketenabwehr kann die falschen Impeller in dem Wirrwar von Signaturen anfänglich nicht von echten unterscheiden und wird in ihrer Effektivität damit herabgesetzt.

Der leistungsfähigste bekannte Täuschkörper in dieser Kategorie ist der manticoranische Drachenzahn-Täuschkörper.

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